ute-und-guenter-on-tour
  Reisetagebuch 13
 
6.11.12
Andalusien? Sonne, Wärme, bis tief in die Nacht Leben auf den Straßen?
Nicht im November! Gestern abend um 21 Uhr: "vamos al bares" und was war? Nix! Alles zu und tote
Hose! Und heute? Regen, 12 Grad! 
O.k., dann indoor-Programm: zuerst ging es in den Palacio Viana, einem 500 Jahre alten Wohnhaus
schwerreicher, andalusischer Adeliger mit 12 Innenhöfen (Patios). Heute ist hier ein Museum, das den
Alltag dieser Herrschaften zeigt. Vor allem die wunderschön bepflanzten Patios haben es uns angetan!
Dann die Mezquita, das "Herz" von Cordoba! Hier stand einst eine westgotische Kirche, die die Mauren
785 abgerissen haben und dafür mit dem Bau der bis dahin größten Moschee der Welt begannen.
1523 wiederum rissen sich die Christen die Moschee unter den Nagel und bauten im Laufe von 250
Jahren eine christliche Kathedrale mitten hinein in die Moschee. Die Kombination der maurischen und
der christlichen Stilelemente ist einzigartig: 856 Säulen, Unmengen rot-weiße Doppelbögen, riesige
24000 qm. Müde und fußkrank, aber völlig überwältigt von den vielen Eindrücken haben wir den Tag
in einer typisch andalusischen Bar mit bunt gekachelten Wänden beendet.
Morgen geht es weiter nach Nerja an die Costa de la Luz, hoffentlich mit besserem Wetter!

7.11.12
Mehr als 5 Stunden lang sind wir heute von Cordoba nach Nerja nur durch
Olivenanbaugebiet gefahren. Wieviele Millionen Olivenbäume da wohl stehen?
Bei Montefrio haben wir ganz ungewöhnliche Felsformationen gefunden und 
in den Bergen dahinter konnte man vor Nebel und Regen keine 10 m weit sehen.
Dann endlich: die Atlantikküste! Unser Apartment für diese Woche ist sehr hübsch und man
schaut vom Balkon aus aufs Meer. Und es gibt seit mehr als 2 Monaten für uns wieder
deutsches Fernsehen! 
 
8.11.12
Wir haben wieder Sommer! Nach einem Strandspaziergang aalen wir uns nun 
in der Sonne auf dem Balkon. Herrlich!
Mann, was geht's uns gut.........
 
9.11.12
Ich liege hier in Nerja auf dem Sofa rum und schaue dem Regen beim regnen zu.
Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen.
Seit 10 1/2 Wochen sind wir nun unterwegs. Der Job, den wir seit fast 30 Jahren gemacht haben
- 7-Tage-Wochen und 10- bis 14-Stunden-Tage - war schon nach wenigen Tagen so weit weg, als
lägen Jahrzehnte dazwischen. Unser Lebensrythmus hat sich innerhalb von cirka 4 Wochen um 3
Stunden nach hinten verschoben: wir stehen später auf und gehen später schlafen. Unser
Bluthochdruck hat sich deutlich gebessert, die innere Unruhe ist weg. Wir schlafen besser. Die Tage
laufen viel ruhiger ab, manchmal schauen wir auf die Uhr und wundern uns, dass es schon so spät ist.
Dabei haben wir doch nur ein bischen gelesen oder im Cafe rumgesessen. Klar, kein täglicher Stress
mehr, das ist eindeutig gesünder. 
Wir haben unendlich viel gesehen, viele neue Erfahrungen gemacht. Später werden wir das alles
auf einer Foto-CD zusammenstellen und uns auch ein schönes Fotobuch davon drucken lassen. Klar,
diese Form der Auswanderung kostet eine Menge Geld, ein Flug wäre billiger gewesen, als 3 Monate
durch Europa zu kutschieren. Aber für uns war das die richtige Entscheidung. Wenn wir mehr Geld zur
Verfügung hätten würden wir ganz sicher noch sehr viel länger reisen! Haben wir aber leider nicht. 
Heute in 14 Tagen ist unsere Reisezeit zu Ende und wir kommen auf La Gomera an. Ich denke, die
ersten Monate werden noch mal sehr spannend: Wohnung suchen, Behördengänge, Ärzte-Ralley.....
Was kommt dann? Wir kennen die Insel gut, kennen eine Menge Leute dort und viele Leute aus
unserem Forum, wir freuen uns sehr darauf, euch 
alle wieder zu sehen. Aber: bislang war immer alles nur "Urlaub". Und der Alltag auf der Insel? Wie wir uns wohl in einem Jahr fühlen? In 3 Jahren? 
In 5 Jahren? Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich unser Leben entwickeln wird und freuen uns auf jeden Augenblick!
Wie sagt man so schön? Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Und eine "Aufgabe" hat jeder vor sich, der seine Heimat verläßt, um sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufzubauen. Wir werden sehen ......

10.11.12
Nach dem Regentag gestern zeigt Andalusien sich heute von seiner schönsten Seite:
Sonne satt, angenehme Temperaturen, Musik und Tanz auf der Straße. Zur Freude
der Touristen. Am Strand haben wir jede Menge riesiger Muscheln gefunden.
Das Meer ist ganz sauber und gar nicht so kalt. Ob wir doch mal schwimmen gehen???
Dann haben wir uns im Gewirr der Altstadtgassen verlaufen. Nach einem ausgedehnten, unfreiwilligen
Stadtbummel haben wir Panda aber schließlich doch noch gefunden.....
 
 
 
 
 
  Heute waren schon 25 Besucher (102 Hits) hier! Copyright Ute Finger