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  Gomera 10
 
31.3.13
Frohe Ostern, liebe Freunde!

Bunte Eier und Schoko-Osterhasen kennt man hier in Spanien nicht. Im Sparmarkt in Hermigua stehen zwar noch 2 übrig gebliebene Schoko-Nikoläuse im Regal, aber eben keine Häschen. 
Not macht erfinderisch und so haben wir unsere Ostereier in Ermangelung von Ostereierfarben mit Zwiebelschalen gefärbt. Sieht hübsch aus. 
Auf der Nachbarinsel El Hierro rührt sich - genau wie im letzten Jahr - der Vulkan wieder und verursacht kleinere Erdbeben. Die spüren wir jetzt fast täglich als leichtes Zittern unter unseren Füßen. Gut, dass das doch noch ziemlich weit weg ist......
 

13.4.13
Gestern erfolgte der nächste Versuch, Panda zum echten Spanier zu machen. Alle erforderlichen Papiere sind da, es fehlen nur noch die Nummernschilder dazu. War aber mal wieder nicht möglich. Die Nummer für die Nummernschilder ist immer noch nicht zugeteilt worden. Also weiter warten. Seit 2 Monaten geht das nun schon so. Warten auf den TÜV, warten auf die Imatrikulation, warten auf irgenwelche Stempel von irgendwelchen Behörden.....Wir haben ein halbes Jahr Zeit, das Auto umzumelden. Danach ist es kein "Umzugsgut" mehr und müßte nachversteuert werden. 

Gut, dass wir das nicht alleine versucht haben. Da wäre ich längst verzweifelt. Aber wir haben ja Hilfe von einem ganz lieben, jungen Gomero aus Hermigua. Und auch gut, dass Panda ein Allerwelts-Auto ist. Hätten wir versucht, seinen Vorgänger - einen Bebop, ein Sondermodell von Renault - hier anzumelden, dann hätte es noch viel mehr Probleme gegeben. Das sagte uns auch unser fleißiges Helferlein. Also: wer ein Auto auf die Kanaren mitnehmen will, der sollte tunlichst eines haben, das hier zu tausenden rum fährt und nicht irgendein seltenes Stück. 

Ansonsten: 25 Grad im Schatten, Sonne satt, uns und unserem garten geht's gut. 

17.4.13
 Leute, nach der langen, internetlosen Zeit habe ich gestern endlich anfangen können, ein Fotobuch von unserer Reise zu erstellen.
Den ganzen Tag habe ich am Computer gehockt und Bilder sortiert, ausgesucht, hin- und her geschoben. Immerhin fast 3000 haben
wir ja auf der 3-monatigen Reise gemacht.
Ich bin noch lange nicht fertig, das ist Arbeit für die nächsten Wochen. Aber es macht unheimlich Spass, da kommen soooo viele 
Erinnerungen hoch. Und: Gomera ist toll, aber wenn wir irgendwann mal wieder zu Geld kommen sollten, machen wir uns noch mal ein
paar Monate quer durch Europa auf die Socken. Skandinavien, Schottland, Irland........

 
 

20.4.13
Heute haben wir eine ganz merkwürdige Wetterlage. Bis halb 10 war es 18 Grad und die Welt hörte am Gartenzaun auf. Dicker Nebel rund rum. Dann plötzlich senkte sich der Dunst blitzschnell aufs Meer und brodelte wie in einer Hexenküche dort unten. Gleichzeitig setzte ein warmer Wind ein, als hätte jemand einen riesigen Fön angemacht. Im Laufe des Tages kletterten die Temperaturen auf 32 Grad im Schatten. Doch dank der relativ geringen Luftfeuchtigkeit ist das hier, im Gegensatz zu Hitzewellen in Deutschland, nicht unangenehm, sondern einfach nur nett. 

23.4.13
Kaum zu glauben, aber wahr: ab heute ist Panda endlich wirklich Spanier! Nach "nur" 3 Monaten Bearbeitungszeit hat er die letzte Hürde - die spanischen Nummernschilder - genommen! Hallelujah! Die ganze Panda-Einbürgerungsaktion hat cirka 350 Euro und einen Haufen Geduld gekostet. Als letzter Akt dieses Dramas haben wir heute zusammen mit unserem netten, gomeriansichen Helfer eine spanische Autoversicherung abgeschlossen. Die kostet übrigens ziemlich genau die Hälfte von dem, was wir in Deutschland dafür bezahlt haben. Unsere alte, deutsche Autoversicherung sagte mir gerade am Telefon, alles weitere ginge nun über die Deutsche Botschaft und wir müßten uns um nichts mehr kümmern. Vorsichtshalber habe ich aber auch noch einen Brief mit allen Angaben hingeschickt. Man weiß ja nie....

24.4.13
Die Fiesta San Marcos in Agulo ist ein seit vielen Generationen gepflegter Brauch. Seine Ursprünge liegen im Dunkeln und es gibt mehrere Theorien dazu. Eine besagt, es sei eine Mutprobe, eine, es sei ein Versprechen, das die Bürger von Agulo vor Jahrhunderten dem Heiligen San Marcos gaben, wenn er sie von der Pest verschone. Einige sagen, dass der Brauch noch aus vorchristlicher Zeit stamme. Kurz: man weiß es nicht genau.

Kurz vor 22 Uhr waren wir dort. Die Straße rund um die Kirche war schon dicht gesäumt mit Menschen.
Es waren 10 Stapel Holz aufgeschichtet und vor den Absperrungen standen Männer mit Besen bereit.
Die Leute riefen laut: "Fuego, fuego!" Schließlich wurden die Feuer entzündet und kurz darauf sprangen vor allem junge Leute immer wieder unter lautem Beifall und Gejohle über die Flammen.
Als die Feuer etwas herunter gebrannt waren trauten sich auch die alten Männer noch einmal übers Feuer. Die ganze Zeit läuteten die Glocken. Dann wurde der Heilige San Marcos zu Trommel- und Chacara-
Klängen wieder in die Kirche getragen. Er hatte die ganze Zeit am Kircheneingang gestanden und dem Treiben zugeschaut. 
Danach war tanzen und feiern angesagt.

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